Pfarrkirche St. Urban und Vitus

 

Herrschaftliche Kirche und Dekanatssitz

Mit der Teilung der Herrschaft in eine Linie Gemmingen-Tiefenbronn und Gemmingen-Steinegg im Jahre 1547 avancierte die Neuhausener Urbanskirche zur Haupt- und herrschaftlichen Grabeskirche des Steinegger Zweiges. Bis 1745 fanden seine Angehörigen in Neuhausen ihre letzte Ruhe.
Mit der Wiederherstellung des Landkapitels Weil der Stadt im Jahre 1598 übernahm St. Urban eine weitere Funktion. Da Neuhausen mit den Filialorten Hamberg, Hohenwart, Lehningen, Schellbronn und Steinegg die größte Pfarrei in diesem Sprengel war, wurde es zeitweise Sitz des Dekans.

Strukturveränderungen

Säkularisation und Umgestaltung der territorialen Verhältnisse nach 1803 griffen tief in die kirchliche Strukturen ein. Der rechtsrheinische Teil der Diözese Speyer ging auf im 1827 neu geschaffenen Erzbistum Freiburg. Neuhausen zählte fortan zum badischen Landdekanat Mühlhausen/Würm.

Baugeschichte

1322               Nennung eines Priesters
1407               im Fußboden entdeckte Reste des Marienaltars
1523               Jahreszahl über dem Südportal markiert das Ende der Bauarbeiten nach einem Brand der das
                        Gotteshaus schwer  beschädigte
1711 - 1772   Barockisierung

Lage

St. Urban und Vitus liegt östlich der Hauptstraße inmitten des Dorfes. Eine starke Futtermauer schirmt den Kirchhof gegen die tiefergelegene Straße ab. 

Grundriss

Die Neuhausener Pfarrkirche ist eine sog. West-Einturmanlage. Der vorgelagerte quadratische Kirchturm erhielt gleichzeitig die Funktion eines Durch- und Haupteingangs.

Das Äußere

Klar wie der Grundriss ist auch die äußere Erscheinung. Im Westteil befinden sich nachträglich eingebrochene Rundfenster. Den schlanken, schmalen Chor betonen vier einfach gestufte Strebepfeiler. Bis auf architektonisch herausragende Teile, sind alle Wände aus grobbearbeitetem Hau- bzw. Bruchstein.

Das Innere

In deutlichem Kontrast zur zurückhaltenden äußeren Erscheinung steht der weite, lichtdurchflutete Innenraum. Bestimmend für den Raumeindruck ist die Decke. Sie besteht aus einem System aus Bildfeldern, Stuckgirlanden und farbig abgesetzten Gründen. 

Der Hochalter wurde 1713 aus Rottenburg geliefert. 1823 schuf Georg Zehr die Seitenaltäre. Den in Pokalform gehaltene Taufstein von 1753 prägt die Skulpturengruppe der Taufe Christi. 1810 erwarb die Gemeinde Neuhausen die auf der Westempore befindliche Rokoko-Orgel.

Die Grabmäler der Herren von Gemmingen

Hans Pleickart von Gemmingen begründet das Erbbegräbnis der Steinegger Linie. Seine erste Frau, Anna Elisabeth von Venningen, fand ihre letzte Ruhe, 1595 in einer gemauerten Einzelgruft.

Pleickart und seine zweite Frau, Maria von Freiberg , ließen sich an der Chorwand ein prächtiges Epitaph errichten.

 

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