Nebenkirche St. Sebastian
Südlich der nach Schellbronn führenden Straße liegt die St. Sebastinanskapelle Das verhältnismäßig stattliche Bauwerk, gleicht eher einer Kirche als Kapelle. In den Kirchenbüchern findet sich nichts über die Anfänge der Sebastianskirche. Berichte, dass die Kapelle die frühere Neuhausener Kirche gewesen sein soll, wurden durch den Nachweis des Vorgängerhause von St. Urban und Vitus widerlegt.
Eine Herrenalber Urkunde führt aus, die Einwohner Neuhausens hätten 1475 nahe ihres Dorfes eine Kapelle zu Ehren des Märtyrers Sebastian errichtet.
| 1475 | Urkundlich gesichertes Baudatum | |
| 1542 | Malerei an der Chorbogenleibung, Südportal | |
| 1739 | Neuweihe der drei Altäre | |
| 1896 | Reparaturarbeiten an Fenstern und Dach | |
| 1951/1952 | Restaurierung der Flügelgemälde des Annenaltars | |
| 1975 | am 13.12. konstituiert sich ein Förderverein, bestehend aus 22 Neuhausener Bürgern, zugunsten der Renovierung | |
| 1978 | Festliche Wiedereröffnung der Sebastianskapelle |
Die Anlage umfasst ein längsrechteckiges, saalartiges Schiff. Im südöstlichen Winkel zwischen Chor und Schiff hat die Sakrestei ihren Platz gefunden.
Die architektonisch reizvollste Seite liegt im Nordosten. Der schlanke Chorraum, dokumentiert auch bei kleineren Bauten den beachtlichen Standard spätgotischer Architektur. Schlitzartige Fenster im Westteil, größere Öffnungen im Osten und Okulusfenster über den Seitentüren beleuchten das Innere.
Den Innenraum prägt ein selten zu erlebendes Zusammenwirken von spätgotischer Architektur, Malerei und Plastik. Die Nordwand ziert eine Sakramentsnische mit alten Gitter. Die Südwand öffnet sich zur kreuzgratgewölbten Sakristei. Das geräumige Kirchenschiff bestimmt ganz die flache Balkendecke mit Schablonenmalerei.
Der Hochaltar: Auf gemauertem Stipes mit
gekehlter Platte erhebt sich ein spätgotischer um 1490 entstandener
Schreinaltar. Seine Flügel fehlen, die Ansätze ihrer Scharniers sind aber
erkennbar. Die Vorderseite stellt in seltener Dreiviertelansicht Christus unter
den Aposteln dar. Der Schreinkasten umfängt die geschnitzten Skulpturen. Der
Hl. Sebastian in der Mitte, der Hl. Agathe rechts und links Johannes d.T.
Der Annenaltar: Als einziger Altar besitzt der nördliche Seitenaltar
noch seine Flügel. Dieser enthält in der Mitte die neugefasste Skulpturen der
Hl. Anna zwischen den Heilligen Josef und Joachim.
Der Blasiusaltar: Architektonisch am reichsten gestaltet ist der um 1520
geschaffene südliche Nebenalter. Im Schrein sthen die kraftvollen Figuren der
Heilligen Blasius (Mitte), Georg (links) und Martin (rechts).
Wertvollster Besitz der Sebastiankapelle sind die beiden großen hölzernen Einzelstatuen der Muttergottes und der Hl. Barbara an den Wänden. Beide Figuren dürften um 1480 entstanden sein.